Pflanzen und Pilze haben einen gut entwickelten Orientierungssinn, Sie wachsen in Wechselwirkung zur Schwerkraft. Unterirdisch mit der Schwerkraft und überirdisch ihr entgegen. Das nennt man Gravitropismus. Wie ist das mit uns Menschen, welches Verhältnis haben wir zur Schwerkraft?
Schon mal darüber nachgedacht, dass die Schwerkraft Dein ganzes Leben lang auf Dich wirkt? In der Rolfing-Methode betrachten wir den Körper und seine Bewegungen immer aus dem Blickwinkel der Wirkeinflüsse der Schwerkraft. Jeder der schon mal mit Bauklötzen gespielt oder irgendwas gebaut hat erfährt schnell, dass es eine bestimmte Ausrichtung der einzelnen Bauelemente braucht, ansonsten liegt alles am Boden verteilt.
Wie die Schwerkraft auf unseren Körper wirkt bestimmt unsere Statik, oder anders ausgedrückt: Wie wir uns aufrichten und bewegen ist immer in Wechselwirkung mit der Schwerkraft zu sehen. Ist zum Beispiel unser Kopf ein bisschen zu weit vorne, dann müssen die Gewebe im Nacken und Rücken mehr Kraft aufwenden um das Gewicht des Kopfes zu halten. Eigentlich logisch oder?
Da sich unsere natürliche Aufrichtung über Jahre hinweg entwickelt und oft durch äußere und innere Einflüsse gestört wird, braucht es nicht nur das verstehen das es so ist (in unserem Beispiel:„mein Kopf ist zu weit vorne“) sondern viel mehr das spüren - das wahrnehmen des eigenen Körpers und damit auch das gewahr werden, der eigenen Ausrichtung im Raum. Fühle ich mich orientiert? In mir und im Moment?
Mit all diesen Themen beschäftigen wir uns in meiner Körperarbeit. Wir werden gemeinsam erforschen, was die stimmigste Ausrichtung Ihres Körpers im Moment ist. Ich werde sanfte Druck-/Zieh-/Schiebebewegungen nutzen, um Ihre Gewebe so zu stimulieren, dass zu viel Spannung sich löst und woanders mehr Halt entsteht. Sie werden von mir dabei unterstützt sich wieder mehr wohl zu fühlen und sich ihres Körpers vor allem im Alltag bewusster zu werden. Das alles ist kein Zauberwerk sondern folgt einer tiefen, inneren, natürlichen Logik. Wir sind ein Teil der uns umgebenen Natur und je mehr wir uns Ihr wieder annähern je vitaler und gesunder werden wir uns fühlen.
„Einige Individuen mögen ihren verlorenen Kampf mit der Schwerkraft als einen scharfen Schmerz in ihrem Rücken wahrnehmen, andere als die unschmeichelhafte Kontur ihres Körpers, wieder andere als ständige Müdigkeit und die über Vierzigjährigen mögen es Alter nennen. Und doch deuten all diese Signale auf ein einziges Problem hin - sie sind aus dem Gleichgewicht, sie befinden sich im Krieg mit der Schwerkraft.“ (Ida Rolf)
Auf dem Titelbild sind zwei Pilze (Zunderschwämme)zu sehen. Der dunklere entwickelte sich, als der Baum noch stand, der hellere wuchs nachdem der Baum gefallen war. Pilze wachsen so, dass Ihre sporenbildende Fläche zur Erde zeigt.